{"id":476,"date":"2019-09-19T18:28:05","date_gmt":"2019-09-19T16:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bloggedy.de\/?p=476"},"modified":"2019-10-14T13:25:25","modified_gmt":"2019-10-14T11:25:25","slug":"intro-der-woche-die-zwei-1971","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bloggedy.de\/?p=476","title":{"rendered":"Intro der Woche: &#8222;Die Zwei&#8220; (1971)"},"content":{"rendered":"\n<p>Splitscreen und Sportwagen, Playboys und Strandsch\u00f6nheiten in knappen Bikinis. Willkommen in den Siebzigern, dem Jahrzehnt des unbeschwerten Hedonismus, dem dieser Vorspann leichtf\u00fc\u00dfig fr\u00f6nt. Alles wird jedoch \u00fcberstrahlt von der gro\u00dfartigen Musik des Bond-Komponisten John Barry.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ode.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der Neunziger war ich zu Besuch bei einer Bekannten in Bonn, wir waren \u2013 es waren die Neunziger \u2013 zum Cocktail-Abend verabredet. Und w\u00e4hrend sie sich aufh\u00fcbschte, legte ich \u2013 es waren die Neunziger \u2013 eine CD ein. Lisa Stanfields &#8222;In All the Right Places&#8220;. Ich hatte Absichten. Es waren die Neunziger.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Lisa Stansfield - In All the Right Places\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/I_F0U-samFU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Madame schwebte also die Treppe herab, stutzte kurz und fragte verwundert: &#8222;James Bond?&#8220; Ich: &#8222;Nein.&#8220; Sie: &#8222;Klingt aber so.&#8220; Also nahm ich mir, w\u00e4hrend sie sich weiter ihrem aufwendigen Neunziger-Jahre-Styling widmete, das CD-Cover vor und sah, wer den Song komponiert hatte: John Barry.<\/p>\n\n\n\n<p>Macht&#8217;s klick? John Barry (1933-2011) war der musikalische Mastermind hinter James Bond, von ihm stammen elf der Soundtracks, unter anderem zu &#8222;On Her Majesty&#8217;s Secret Service&#8220;; vor allem aber ist er Arrangeur des James Bond Themes. Als w\u00fcrde das an Lebensleistung noch nicht reichen, hat er auch noch f\u00fcr ein paar Dutzend andere Filme den Soundtrack beigesteuert, &#8222;Out of Africa&#8220; zum Beispiel, wof\u00fcr es eine Oscar-Nominierung gab. H\u00f6rst du es, kennst du es. Genau so komponierte er die Musik f\u00fcr &#8222;Wer mit dem Wolf tanzt&#8220;, f\u00fcr Francis Ford Coppolas untersch\u00e4tztes Meisterwerk &#8222;Cotton Club&#8220; oder &#8222;Ein unmoralisches Angebot&#8220;, woraus oben erw\u00e4hntes &#8222;In All the Right Places&#8220; stammt. Charakteristisch f\u00fcr John Barrys Werke sind die Jazzharmonien, sonore Bl\u00e4sers\u00e4tze und ein Tempo, das immer wieder inneh\u00e4lt und durchatmet. Musik zum Schwelgen und Dahinschmelzen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"The Persuaders - Main Title HD ( John Barry )\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fvuuAUJ2x6I?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>So, und nun also &#8222;The Persuaders!&#8220;, wie &#8222;Die Zwei&#8220; im Original hie\u00dfen. Die Serie mit Tony Curtis und Roger Moore galt damals als absolute Spitze der Lustischkeit, wof\u00fcr in der deutschen Humorw\u00fcste der Siebziger Jahre ein paar schnoddrige Spr\u00fcche schon v\u00f6llig ausreichend waren. Wir hatten ja nichts damals, noch nicht mal Gags. John Barrys Musik ist eh \u00fcber jeden Zweifel erhaben, drumherum strickten die Serienproduzenten ein h\u00fcbsches, kleines Filmchen, das im Seventie&#8217;s Style Biografien und Leben der beiden Protagonisten skizziert, des \u00d6lmagnaten Danny Wilde und seines Counterparts Lord Brett Sinclair. Das Intro erz\u00e4hlt die Backstory. Das ist cool gemacht, das kann man sich gut anschauen. Und ich verstehe gar nicht, wieso diese Optik so selten zitiert wird. Wir kleinen Bengel standen damals drauf. Trotz Skaileder und Nylonhemden waren es gl\u00fcckliche, herrlich unbeschwerte Zeiten, die mit diesen Bildern wieder aufleben. Schade eigentlich, dass ich damals erst f\u00fcnf war. ?<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: So sorglos und unbeschwert, wie es schien, war allerdings auch die Produktion der Serie nicht. Sie wurde nicht etwa eingestellt, weil Roger Moore zum Bond-Darsteller aufstieg, sondern weil sich nicht mal die BBC ein derartiges Jet-Set-Leben an der C\u00f4te d&#8217;Azur auf Dauer leisten konnte. Die Dreharbeiten waren zu teuer. So kam das Aus f\u00fcr die beiden Playboys, ihr Lebensstil war zu aufwendig geworden und erschien nach der ersten \u00d6lkrise auch nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Das Ende der Unschuld war eingel\u00e4utet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Splitscreen und Sportwagen, Playboys und Strandsch\u00f6nheiten in knappen Bikinis. Willkommen in den Siebzigern, dem Jahrzehnt des unbeschwerten Hedonismus, dem schon der Vorspann leichtf\u00fc\u00dfig fr\u00f6nt. Doch alles wird noch \u00fcberragt von der gro\u00dfartigen Musik des Bond-Komponisten John Barry. 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